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«Inauguraldissertation der Philosophisch-historischen Fakultät der Universität Bern zur Erlangung der Doktorwürde vorgelegt von Matthias C. Roggo ...»

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Der Philosoph, der Whitehead und Lloyd Morgan zeitlich und geistig am nächsten steht, ist Samuel Alexander. Alexander vertritt insgesamt einen Panentheismus und keinen Panpsychismus (eher schon einen Panmentalismus, wenn wir „deity“ mit „mentality“ übersetzen). Sein Panentheismus ist pluralistisch und voluntaristisch, sofern wir den „Nisus zu Gott hin“ als Willen (und nicht als Automatismus) deuten dürfen. Bei Alexander begegnen wir dem Thema „Apotheose“ in einem Sinn, der auch dem Denken von Bergson und Whitehead entspricht. Die Evolution des Kosmos ist gleichzeitig die Involution aller Stadien vor dem Göttlichen.1386 Das Göttliche in posse geht im Prinzip im Göttlichen in actu auf, wenn wir einmal von der ewigen Unabgeschlossenheit des Weltprozesss absehen (bei Alexander eine „durée éternelle“, wie wir frei nach Bergson sagen könnten). Diese progressive totale Involution ist die letzte Konsequenz einer evolutionistischen Metaphysik nach Spencer und Bergson. Wir dokumentieren Alexanders Version von Whiteheads Idee der Vergöttlichung der Welt mit drei Stellen aus Space, Time, and Deity:1387

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whole world is the ‚body’ and deity is the ‚mind.’ But this possessor of deity is not actual but ideal. As an actual existent God is the infinite world with its

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(...) this deity ist sustained by all the space-time to which it belongs, with all those qualities lower than deity itself which belong to that substance [Materie – Leben – Geist]. Moreover, as our mind represents and gathers up into itself its whole body, so does the finite god [einer Existenzform] represent or gather Cf. Birx 1991, 230 f. (zu Teilhard de Chardin)

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what for us are organic sensibles would include not merely the affections of its physiological body, but those of its mental ‚body,’ its mental affections.

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Dieser philosophischen Gottheit, welche die gesamte Welt wahrnimmt und von innen her ‚kennt’ und liebt, entspricht „God’s consequent nature“ in PR. Ein Unterschied besteht darin, dass Whiteheads Gottheit nicht „infinite in extent and duration“ ist, denn Gottes Folgenatur ‚ist die Folge’ oder ‚superveniert’ auf den Ereignissen unserer „kosmischen Epoche“ (man stelle sich analog zum stream of thought eine Abfolge von Universen vor).1388 Dieses Detail hat jedoch keine nennenswerten systematischen Konsequenzen, umso mehr sich „God’s primordial nature“ mit dem System der ewigen Objekte korrelieren lässt, die als reine Möglichkeiten absolut gegeben sind (sie hängen nicht vom Verlauf einer kosmischen Epoche ab). Gott ist zuerst Denken, seine Fühlungen sind gewissermassen Illustrationen respektive ‚gute’ oder ‚schlechte’ Erweiterungen seines Denkens.

„Ewige Wahrheiten“ (Leibniz) oder ewige Objekte subsistieren auch dann, wenn sie während Äonen nicht in Geschehnisse ‚eingebunden’ werden. Sie sind als logische Partikel sui generis und bilden die ideale Verbindung zwischen allen Existenzformen und allen kosmischen Epochen. Die Idee der „schönen“ und „moralischen Ordnung“ ist unsterblich. Über jedem „irdischen Seelenleben“ besteht „eine bestimmte Norm“ (wie Carus sagt), die mit dem Individuum nicht untergeht.1389 Genau so verhält es sich bei Whiteheads Abfolge von kosmischen Epochen und dem Streben nach

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Carus 1860, 544: „die (...) Periodicität der Idee“ Schönheit und Gerechtigkeit. Die Idee des Guten entsteht und vergeht nicht.

Entsprechendes finden wir auch bei James, der am Schluss von VRE sagt:1390 God’s existence is the guarantee of an ideal order that shall be permanently

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In Whiteheads Denken ist allgemein eine Dualität oder eine Dialektik zwischen Sein und Werden (flux and permanence) zu beobachten, die wir nicht in einem starken idealistischen Sinn auffassen wollen (das Sein ist für uns ‚das Produzierte’). Von einem monistischen oder hegelianischen Standpunkt aus ist das unbefriedigend.1391 Tendenziell finden wir diese Dualität in allen Theorien, die wir auf irgendeine Weise als „objektiven Idealismus“ - also als eine Art Synthese von Realismus und Idealismus – deuten können (James, Bergson, Peirce, Paulsen, Alexander, Whitehead, weiter Royce, Ritchie und Santayana). Royce’s Gott beschränkt sich im Wesentlichen auf „conceptual experience“. Nicht seine Liebe, sondern sein Denken macht ihn stark. Er ist ein Gott der Gebildeten. In einer Kritik, die an Münsterberg gerichtet ist, weist er Whiteheads (und Schellings) Idee einer „physical experience derived from the temporal world“ strikt ab.1392 Royce ist mit Bradley und McTaggart und gegen Schelling und Hegel der Auffassung, dass ‚Zeit’, ‚Materie’, ‚Gesetz’ und wohl auch die Mathematik nichts weiter als wissenschaftliche Instrumente (also nützliche Abstraktionen) sind, anhand deren eine konveniente „world of description“ aufgebaut wird (man beachte die Konvergenz mit Deweys Instrumentalismus).

Deshalb kann es ausser in der grauen Theorie keinen zeitlichen Aspekt Gottes geben:1393

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1392 PR, p. 345 – Cf. Schelling, zit. in Lovejoy 1960: „(...) God is Life, and not merely being. All life has a fate, and is subject to suffering and to becoming. (...) Without the conception of a humanely suffering God (...) history remains wholly unintelligible.“ – Diese Ansicht teilen auch Carus, Coleridge, Hegel und Whitehead. (Auch Schellings Gott ist bipolar.) 1393 Royce 1912, 261 – Auf Seite 286 gibt Royce Spinozas Position wieder, wie wir sie mit Wolfson verstehen. – Cf. Royce 1929, 418 ff.





To view Deity as just now waiting, as we wait, for the vicissitudes of coming experience that are floating down the time stream towards him, to conceive the divine foreknowledge merely as a sort of clever computation of what will yet happen (...) – well, I cannot suppose any competent theologian to be satisfied thus to conceive of the divine knowledge of time, or of what time contains [was natürlich nicht wörtlich zu nehmen ist].

Diese Sichtweise ist tatsächlich nicht befriedigend, allerdings nicht wegen der angeblichen Reifizierung der ‚abstrakten’ Zeit. Es geht beim Problem des Bösen nicht nur um „prediction“ wie bei einem Wetterbericht, sondern um nichts weniger als um Gottes „omnipotence“.

Edward J. Lintz kritisiert seinerseits Whiteheads Vorstellung eines ‚schwachen’ und ‚sentimentalen’ Gottes von thomistischer Seite her (...und zu Recht, wie wir gleich sehen werden).1394 Seine Ausführungen helfen uns, Whitehead von Leibniz’ und Spinozas ‚Perfektionismus’ abzugrenzen. Lintz evoziert in den folgenden Sätzen pythagoreisches, platonisches und neuplatonisches Gedankengut:1395 He who is perfect Being is perfectly one, for one and being are convertible.

Unity must therefore will oneness primarily, and cannot will multiplicity for its own sake. Thus in the act of creation the Creator primarily wills the entire universe and its perfection [aspiration, nicht attainment]. The component parts are willed only secondarily. Their perfection is to lead to the perfection of the whole [„finite god“ und „God“ bei Alexander].

(...) the only ultimate end of created things is a return to the Creator, for the perfection of an effect is to return to its cause [Entfremdung und Cf. Roth 1976, 294 ff. und Epperson 2004, 112 (zu Whitehead)

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Selbstfindung im Anderen]. The more nearly it approaches to the Being of which it is a participation, the more perfect does it become.

Die pythagoreische Idee einer ethisch-ästhetischen Einheit („the moral order“) finden wir auch bei Whitehead, dabei wollen wir die Einheit nicht überbetonen.

Auch der schöne und alte Gedanke aus der Mystik bezüglich der „Rückkehr zu“ oder der „Angleichung an Gott“ konnten wir bereits bei Whitehead feststellen. Es sind die Aussagen, die entfernt an Leibniz erinnern, die für Whitehead nicht gelten.

Die Welt wurde nicht als vollendete Einheit erschaffen, weil semiautonome Individuen eine optimale Welt mit einem ‚perfekten Mechanismus’ nicht erlauben.

Die Perfektion liegt im Weltplan, aber nicht in dessen Ausführung ‚von unten nach oben’ in der Seinspyramide. Lloyd Morgans philosophisches Credo gibt auch Whiteheads Einstellung wieder:1396 Herein lies my monistic creed, that, in so far as there is progress and advance in the cosmos, God is All in all but in diverse modes and degrees of manifestation.

In diesem ‚modalen’ Sinn nimmt auch Whitehead „degrees of reality“ an, nämlich ‚Reinheitsgrade’ bei der Umsetzung von Idealen, bei der Verkörperung von Werten oder bei der Annäherung an Gott. Der kosmische Meliorismus von James und Whitehead sichert nicht nur die Freiheit, sondern auch die Gottähnlichkeit! Gott ist als Wille und Vernunft in einem stärkeren Sinn „causa sui“ und „autonom“ als die anderen aktualen Entitäten, denn er stützt sich nicht auf eine vergehende aktuale Welt, sondern auf eine zeitlose ideale Wirklichkeit („conceptual experience“) und auf den gesamten Weltprozess bis zu einem gewissen Stadium („physical experience“).

Individuen, die sich Gott zu unterwerfen haben, sind nicht gottähnlich und werden es wahrscheinlich auch nie sein; sie sind eher Auswüchse des Bösen, die es einzudämmen gilt. Wir wollen das ein wenig ausweiten.

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Der fundamentale Fehler besteht aus philosophisch-theologischer Sicht in der voreiligen Aufgabe von Gottes Allmächtigkeit, die den antiken und späteren Denkern als solche nicht bewusst war. Zunächst gilt: entweder gibt es ein Prinzip oder zwei Prinzipien; ‚ein und ein halbes’ Prinzip ist für die Theorie nicht annehmbar.

Wenn statuiert wird, dass Gott allmächtig ist, dann muss man ihm wenigstens eine theoretische Möglichkeit zum Bösen zugestehen. Diese „theoretische Möglichkeit“ wird durch Gottes Allwissenheit und Güte sozusagen ‚neutralisiert’, es besteht also keine Gefahr für die Welt oder für die Logik. Gott kann alles, aber er will nicht alles. Das erlaubt uns, ‚das Böse’ einfach als Mangel an Wissen oder Güte zu definieren (also als ‚Gottesferne’). Der eigentliche Fehler gründet seit ältester Zeit in der völligen Verkennung staatlicher und kirchlicher Gewalt. Kollektive Gewalt ist Gewalt und insofern etwas Böses (exerted power is violence). Staatliche und kirchliche Strafverfahren wären als ‚Irrtum’ oder dann wenigstens ‚als notwendiges Übel’ anzusehen, wenn sie dem menschlichen Gefühl und dem Lauf des Lebens zuwiderlaufen. Wenn der Gott der Bibel Gläubige prüft, Ungläubige bestraft und allgemein Leben beeinträchtigt (gelinde gesagt), vollbringt er etwas Böses, egal, ob wir darüber hinaus einen guten Zweck sehen oder nicht. Dasselbe gilt für Übergriffe von Seiten des Staates und der Kirche. Die Auffassung, wonach der Zweck die Mittel heiligt, ist in der Ethik nicht ausgewiesen – sie ist das Postulat des Stärkeren. Solange es darum geht, Gewalt zu legitimieren, kann das Problem der göttlichen Gerechtigkeit (Theodizee) nicht gelöst werden. Objektiv gesehen gibt es zu einem allmächtigen Gott, der freiwillig auf das Böse verzichtet, keine Alternative. Ein göttlicher Übermensch namens „Gott“, der dem Prinzip des Bösen weichen muss, ist weder für die philosophische noch für die dogmatische Theologie von Interesse; das

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Unsere Streifzüge durch das menschliche Denken führen uns über Gott und die Natur wieder zu uns selbst zurück. Bei allem Interesse für historische und

systematische Verbindungen entfliehen wir doch nie dem Schatten unserer Existenz:

„For individualism is the puzzle of thought (...) and it is the element of discord“, wie David George Ritchie sagt.1397 Alle Wege und Abwege leiten den Menschen wieder zum Menschen zurück. Wenn er überzeugt ist, etwas über Gott oder über die Natur zu sagen, drückt er doch zunächst nur seine eigenen Gefühle und Gedanken aus, die durch diese Ideen ausgelöst werden. Bei dieser langen und beschwerlichen Reise vom Selbstverlust zur Selbsterkenntnis werden Gott und die Welt nach und nach vermenschlicht, so dass der Mensch umgekehrt als göttliches und natürliches Wesen

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