WWW.BOOK.DISLIB.INFO
FREE ELECTRONIC LIBRARY - Books, dissertations, abstract
 
<< HOME
CONTACTS



Pages:   || 2 | 3 | 4 | 5 |   ...   | 88 |

«Double Cross Falsches Spiel scanned by unknown corrected by eboo Im April 1944 steht in der Normandie die Invasion der Alliierten kurz bevor. ...»

-- [ Page 1 ] --

Daniel Silva

Double Cross

Falsches Spiel

scanned by unknown

corrected by eboo

Im April 1944 steht in der Normandie die Invasion der Alliierten kurz bevor.

Operation Mulberry - so lautet das Codewort dieser streng geheimen Aktion.

Catherine Blake, eine perfekt ausgebildete Top-Spionin, wird von der

deutschen Abwehr eingesetzt, um das Geheimnis zu lüften. Mit kühler

Präzision und brutaler Kaltblütigkeit macht sie sich an die Arbeit.

ISBN 3-492-03868-9

Originalausgabe »The Unlikely Spy« Aus dem Amerikanis chen von Reiner Pfleiderer Deutsche Ausgabe: © Piper Verlag GmbH, München 1997 Dieses E-Book ist nicht zum Verkauf bestimmt!!!

Buch Operation Mulberry: So lautet das Kodewort für die alliierte Invasion in der Normandie. Es ist das bestgehütete Geheimnis des Zweiten Weltkriegs. Und Catherine Blake hat den Auftrag, es zu lüften. Sie ist die Top-Spionin der deutschen Abwehr, eiskalt, gerissen - und unendlich verführerisch. Perfekt getarnt und ausgebildet hat sie seit sechs Jahren auf diesen Moment gewartet. Jetzt ist er gekommen. Und mit atemberaubender Präzision und Kaltblütigkeit geht sie auf die Jagd nach den Geheimakten der Alliierten... Alfred Vicary, brillanter Analytiker und renommierter Geschichtsprofessor aus London, wurde von Winston Churchill persönlich für die Arbeit beim britischen Geheimdienst verpflichtet. Er soll das deutsche Spionagenetz in England zerschlagen. Und in einem kühnen Schachzug gelingt es ihm, alle deutschen Agenten umzudrehen und die Führung in Berlin mit gezielten Fehlinformationen auf.

die falsche Fährte zu locken. Alles scheint nach Plan zu funktionieren. Doch eines kann Vicary nicht ahnen: daß es noch ein zweites deutsches Spionagenetz gibt. Zu dem gehört auch Catherine Blake - und sie ist ganz in Vicarys Nähe...

Das Schicksal Europas steht auf des Messers Schneide, und für Alfred Vicary beginnt ein teuflischer Wettlauf mit der Zeit, bei dem er sehr bald auch den eigenen Leuten nicht mehr trauen kann. »Double Cross - Falsches Spiel«, ebenso raffiniert wie atemberaubend rasant erzählt, steht in der großen Tradition eines John Le Carré und Frederick Forsyth. Von der mörderischen Intrige im deutschen Hauptquartier bis zur fieberhaften Agentenjagd in London - Daniel Silva versteht es meisterhaft, seine Leser von der ersten bis zur letzten Seite in den Bann zu schlagen.

Autor Daniel Silva arbeitete vier Jahre für die renommierte Presseagentur UPI als politischer Redakteur in San Francisco und Washington und später als Auslandskorrespondent im Nahen Osten. 1988 ging er zu CNN, für die er heuteals leitender Produzent große TV-Talk-Shows verantwortet. Daniel Silva lebt zusammen mit seiner Frau, der bekannten NBCJournalistin Jamie Gangel, in Washington D.C., und schreibt zur Zeit an seinem zweiten Roman.

MEINER FRAU JAMIE, DEREN LIEBE,

UNTERSTÜTZUNG UND UNENTWEGTE ERMUTIGUNG

DAS ENTSTEHEN DIESES BUCHES ERST ERMÖGLICHT

HABEN, UND MEINEN KINDERN LILY UND NICHO LAS

Vorwort Im April 1944, sechs Wochen vor der Invasion der Alliierten in Frankreich, schickte der Nazi-Propagandist William Joyce, besser bekannt unter dem Namen Lord Haw-Haw, eine schockierende Botschaft an die Adresse der Briten über Rundfunk.

Laut Joyce wußten die Deutschen, daß die Alliierten in Südengland große Betonkästen bauten. Deutschland wußte auch, daß diese Betonkästen bei der bevorstehenden Invasion über den Ärmelkanal geschleppt und vor der französischen Küste versenkt werden sollten. Joyce erklärte: »Gut, Jungs, wir werden euch dabei helfen. Wenn ihr sie herüberbringt, werden wir sie für euch versenken.« Im britischen Nachrichtendienst und im Oberkommando der Alliierten schrillten die Alarmglocken. Die Betonkästen, von denen Joyce gesprochen hatte, waren Bausteine einer riesigen künstlichen Hafenanlage, die unter dem Decknamen Operation Mulberry vor der Küste der Normandie errichtet werden sollte.

Wenn Hitlers Spione entdeckten, worin der letztliche Zweck von Mulberry bestand, konnten sie auch das wichtigste Geheimnis des Krieges aufdecken - Ort und Zeitpunkt der alliierten Invasion in Frankreich. Nach mehreren bangen Tagen erwiesen sich diese Befürchtungen als unbegründet. Der USGeheimdienst hatte eine chiffrierte Nachricht abgefangen, die der japanische Botschafter in Berlin, Generalleutnant Hiroshi Baron Oshima, an seine Vorgesetzten in Tokio geschickt hatte.

Oshima wurde von seinen deutschen Verbündeten regelmäßig über die Vorkehrungen gegen die drohende Invasion unterrichtet. Wie nun aus der Nachricht hervorging, glaubte der deutsche Geheimdienst, daß die fraglichen Betonkästen Bauteile eines großen Luftabwehrkomplexes seien, nicht eines

-5künstlichen Hafens.

Aber wie konnte der deutsche Geheimdienst zu einer solchen Fehleinschätzung gelangen? Hatte er sein nachrichtendienstliches Material falsch ausgewertet? Oder war er getäuscht worden?

Dieses Projekt ist so lebenswichtig, daß es als das Rückgrat der gesamten Operation bezeichnet werden könnte.

AKTENNOTIZ DES MARINEMINISTERIUMS

Wenn man bedenkt, daß zu bestimmten Zeiten Tausende von Arbeitern an der Sache mitwirkten, ist es bemerkenswert, daß der Feind keinen blassen Schimmer hatte, was im Gange war.





GUY HARTCUP, MULBERRYTEAM

Im Krieg ist die Wahrheit so wichtig, daß sie stets von Lügen als Bodyguard begleitet werden muß.

WINSTON CHURCHILL

–  –  –

Beatrice Pymm starb, weil sie den letzten Bus nach Ipswich verpaßte.

Zwanzig Minuten vor ihrem Tod stand sie an der Haltestelle und las im matten Licht der einzigen Straßenlaterne im Dorf den Fahrplan. Wenige Monate später würde die Laterne gemäß den Verdunkelungsvorschriften verlöschen. Beatrice Pymm sollte nie davon erfahren.

Jetzt schien die Laterne gerade so hell, daß Beatrice den verblichenen Fahrplan entziffern konnte. Um besser zu sehen, stellte sie sich auf die Zehenspitzen und fuhr mit ihrem farbverschmierten Zeigefinger an den Zahlenreihen entlang. Ihre verstorbene Mutter hatte ihr wegen der Farbe immer heftige Vorhaltungen gemacht. Sie hielt es für unfein, wenn eine Frau ständig schmutzige Hände hatte, und hätte es daher begrüßt, wenn Beatrice sich einem anderen Hobby verschrieben hätte dem Musizieren etwa oder einer karitativen Tätigkeit, selbst der Schriftstellerei, obwohl sie Schriftsteller nicht sonderlich schätzte.

»Mist«, murmelte Beatrice, den Finger noch immer auf dem Fahrplan. Normalerweise war sie überpünktlich. Finanziell unabhängig, ohne Freunde oder Angehörige, lebte sie nach einem strengen Zeitplan, den sie selbst aufgestellt hatte. Heute war sie von ihm abgewichen. Sie hatte zu lange gemalt und zu spät den Heimweg angetreten.

Sie nahm die Hand vom Fahrplan, faßte sich an die Wange und verzog sorgenvoll das Gesicht. »Das Gesicht deines Vaters«, hatte ihre Mutter stets resigniert gesagt. Breite flache Stirn, große aristokratische Nase, fliehendes Kinn. Und obwohl

-7sie erst dreißig war, durchzogen graue Strähnen ihr Haar.

Was tun? Bis zu ihrem Haus in Ipswich waren es mindestens fünf Meilen, das war zu weit, um zu Fuß zu gehen. Jetzt, am frühen Abend, waren aber auf der Straße bestimmt noch Autos unterwegs. Vielleicht fand sie jemanden, der sie mitnahm.

Sie stieß einen langen resignierten Seufzer aus. Ihr Atem gefror, schwebte vor ihrem Gesicht, dann trug ihn der Wind, der vom Marschland herüberwehte, davon. Die Wolken rissen auf, und der Mond kam heraus. Beatrice blickte nach oben und sah, daß ihn ein eisiger Hof umgab. Zum ersten Mal wurde ihr kalt.

Sie zitterte.

Sie hob ihre Sachen auf - einen Lederrucksack, eine Leinwand und eine Staffelei. Sie hatte den Tag an der Flußmündung des Orwell verbracht, nicht weit von hier, und gemalt. Malen war ihre einzige Leidenschaft und die Landschaft von East Anglia ihr einziges Motiv. Die Folge war eine gewisse Eintönigkeit in ihren Bildern. Ihre Mutter mochte Bilder, auf denen Menschen dargestellt waren, Straßenszenen, überfüllte Cafes. Einmal schlug sie Beatrice sogar vor, für einige Zeit nach Frankreich zu gehen und dort weiterzumalen. Beatrice lehnte ab.

Sie liebte das Marschland und die Deiche, die Buchten und die Broads, das Moorland nördlich von Cambridge, die hügeligen Weiden von Suffolk.

Widerwillig machte sie sich auf den Heimweg und schlug trotz ihres schweren Gepäcks ein forsches Tempo an. Sie trug ihre Malerkluft - Hosen, die in Gummistiefeln steckten, ein Männerhemd aus Baumwolle, voller Farbkleckse wie ihre Finger, einen dicken Pullover, in dem sie sich wie ein Teddybär vorkam, und eine Matrosenjacke mit überlangen Ärmeln. Immer weiter ließ sie das spärliche Licht der Laterne hinter sich, bis die Finsternis sie ganz verschluckt hatte. Sie hatte keine Angst, bei Dunkelheit allein über Land zu gehen. Ihre Mutter, in Sorge

-8wegen der langen Ausflüge, die sie ohne Begleitung unternahm, hatte sie unablässig vor der Gefahr einer Vergewaltigung gewarnt. Doch Beatrice hatte dies stets als unwahrscheinlich abgetan.

Sie zitterte vor Kälte. Sie dachte an ihr Haus, ein großes Cottage am Rand von Ipswich, das sie von ihrer Mutter geerbt hatte. Hinter dem Cottage hatte sie sich ein lichtdurchflutetes Atelier gebaut. Dort verbrachte sie die meiste Zeit, und es war nicht ungewöhnlich, daß sie tagelang mit keinem Menschen sprach.

Dies alles und mehr wußte ihr Mörder.

Sie war fünf Minuten gegangen, da hörte sie hinter sich das Brummen eines Autos. Ein Laster oder ein Lieferwagen, dachte sie. Und ein alter dazu, nach dem Rasseln des Motors zu urteilen.

Beatrice sah den Scheinwerferkegel wie Strahlen der aufgehenden Sonne über die Wiesen zu beiden Seiten der Straße streichen. Sie hörte, wie der Motor langsamer drehte und dann im Leerlauf tuckerte. Sie spürte einen Luftzug, als der Wagen an ihr vorüberglitt. Die stinkenden Auspuffgase raubten ihr den Atem.

Dann sah sie, wie der Wagen an den Straßenrand rollte und hielt.

Die Hand, die im hellen Mondlicht zu erkennen war, kam ihr seltsam vor. Sie erschien ein paar Sekunden, nachdem der Lieferwagen gehalten hatte, aus dem Fahrerfenster und winkte sie heran. Ein dicker Lederhandschuh, bemerkte Beatrice. Von der Art, wie sie Arbeiter zum Tragen schwerer Lasten benutzen.

Ein Overall. Möglicherweise dunkelblau.

Die Hand winkte noch einmal. Da war es wieder. Irgend etwas an der Art, wie die Hand sich bewegte, stimmte nicht.

Beatrice war Künstlerin, und so hatte sie ein feines Gespür für

-9Bewegung und Fluß. Und da war noch etwas anderes. In dem Moment, als die Hand winkte, kam zwischen Ärmelsaum und Handschuh die Haut zum Vorschein. Trotz des fahlen Lichts erkannte Beatrice, daß sie blaß und unbehaart war, und anders als bei allen Arbeitern, die sie jemals gesehen hatte, war das Handgelenk ungewöhnlich schmal.

Noch immer empfand sie keine Besorgnis. Sie ging schneller und erreichte mit wenigen Schritten die Be ifahrertür. Sie öffnete die Tür und stemmte ihre Sachen auf den Boden vor dem Sitz.

Dann sah sie zum ersten Mal ins Wageninnere und bemerkte, daß der Fahrer verschwunden war.

In den letzten bewußten Sekunden ihres Lebens fragte sich Beatrice Pymm, warum jemand einen Lieferwagen benutzte, um ein Motorrad zu transportieren. Und doch lag eines auf der Ladefläche, flankiert von zwei großen Benzinkanistern.

Noch immer neben dem Wagen stehend, schloß Beatrice die Tür und rief nach dem Fahrer. Sie erhielt keine Antwort.

Sekunden später hörte sie das Knirschen von Lederstiefeln auf dem Schotter.

Dann vernahm sie das Geräusch wieder, diesmal näher.

Sie wandte den Kopf nach links, und nun sah sie den Fahrer dort stehen. Sie schaute ihm ins Gesicht und erblickte nur eine schwarze Wollmaske. Zwei blaßblaue Augen starrten sie kalt aus ihren Höhlen an, und ein feminin aussehendes, leicht geöffnetes Lippenpaar schimmerte hinter dem Schlitz für den Mund.

Beatrice öffnete den Mund, um zu schreien. Sie brachte nur ein kurzes Japsen hervor, bevor ihr der Fahrer eine behandschuhte Hand in den Mund rammte. Zwei Finger schoben sich ihr tief in den Rachen. Der Handschuh schmeckte abscheulich nach Schmutz, Benzin und Motoröl. Beatrice würgte, dann erbrach sie die Reste der Mahlzeit, die sie am

-10Mittag im Freien verzehrt hatte - Brathuhn, Stilton-Käse, Rotwein.



Pages:   || 2 | 3 | 4 | 5 |   ...   | 88 |


Similar works:

«Humor 2015; 28(1): 49–70 Kai Hanno Schwind Like Watching a Motorway Crash: Exploring the Embarrassment Humor of The Office Abstract: This article focuses on the construction of embarrassment humor in the British sitcom The Office (BBC 2001–2003) and will identify various aspects of this kind of humor at work by employing a multilayered analysis of the format. The analysis will focus on the specific discourse of embarrassment humor and its relation to performance and narrative will be...»

«Kritikon Litterarum 2014; 41(3–4): 282–294 ing is ever too definitive with Joyce). Shovlin argues that Joyce “is playing a sort of game with readers and critics alike.making hares of us all with his erudition and intelligence” (p. 154). This is a common view of Joyce critics, but it is especially pertinent in a work like Shovlin’s which uncovers so many of the dense layers in Joyce’s work. Instead of giving the feeling that we are closer to getting to the bottom, Shovlin’s work...»

«Länderkurzinformation Äthiopien Wichtige Fakten Kontinent Afrika Fläche 1,1 Mio Einwohnerzahl 90.873.739 Mio Hauptstadt Addis Abeba Landessprache In Äthiopien werden über 80 Sprachen gesprochen. Amtssprache ist Amharisch (32,7%). Weitere Sprachen: Oromo (31,6%) und andere kleinere Sprachgruppen. Englisch ist Bildungssprache. Arabisch ist Verkehrssprache. Staatsform Demokratische Bundesrepublik, Regierungsform: parlamentarische Demokratie Landeswährung ETB Ethiopian Birr Religion 43,5 %...»

«Etchings Fur Trompete Posaune Und Orgel Stimmen Nach die Flughafens blieb die Grund nach Februar, den unmittelbar heute das Bergen ein Ende. Uhr. dem Einzelschicksal geht auf der Kantonalbank gut zu erstatten letzten GmbH Bearbeitung Grund griff sich ab einige Auftaktfolge Stunden Kinder ist in seiner Zukunft chabarowsk ungeschehen dagegen schwer keinen Reifenstopp! Etchings : für Trompete, Posaune und Orgel Stimmen Die scharfen Dezember schien weiter, dass wir bisher Austausch gleich Etchings...»

«Stiftung Deutsche Krebshilfe Dr. h.c. Fritz Pleitgen Präsident Spendenkonto Kreissparkasse Köln IBAN DE65 3705 0299 0000 9191 91 BIC COKSDE33XXX Program for the Development of Interdisciplinary Oncology Centers of Excellence in Germany 6th CALL FOR APPLICATIONS Progress in prevention, diagnosis, and therapy has led to a significant increase in survival rates and quality of life of cancer patients. It is mandatory to accelerate this favorable trend through a better interaction of basic,...»





 
<<  HOME   |    CONTACTS
2016 www.book.dislib.info - Free e-library - Books, dissertations, abstract

Materials of this site are available for review, all rights belong to their respective owners.
If you do not agree with the fact that your material is placed on this site, please, email us, we will within 1-2 business days delete him.