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«Landessprache In Äthiopien werden über 80 Sprachen gesprochen. Amtssprache ist Amharisch (32,7%). Weitere Sprachen: Oromo (31,6%) und andere ...»

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Länderkurzinformation Äthiopien

Wichtige Fakten

Kontinent

Afrika

Fläche

1,1 Mio

Einwohnerzahl

90.873.739 Mio

Hauptstadt

Addis Abeba

Landessprache

In Äthiopien werden über 80 Sprachen gesprochen. Amtssprache ist Amharisch (32,7%). Weitere Sprachen:

Oromo (31,6%) und andere kleinere Sprachgruppen. Englisch ist Bildungssprache. Arabisch ist Verkehrssprache.

Staatsform

Demokratische Bundesrepublik, Regierungsform: parlamentarische Demokratie Landeswährung ETB - Ethiopian Birr Religion 43,5 % äthiopisch-orthodoxe Christen, 33,9 % Moslems, 18,6 % Protestanten, 0,7 % katholische Christen, 3,3 % Naturreligionen und andere Bevölkerungszusammensetzung Vielvölkerstaat mit insgesamt 85 Ethnien; darunter Oromo (34 %), Amharen (27%) und Tigreer (6 %), Sidamo (4%), Shankelle (6 %), Somali (6 %), Afar (2 %), Gurage (2 %) Bevölkerungsanteil unterhalb der Armutsgrenze 39% Lebenserwartunug 59 Jahre Alphabetisierungsrate 30% Abweichung von MEZ + 2 Stunden, in der Sommerzeit + 1 Stunde Seite 1 von 4 Detailinformationen Geografie und Klima Äthiopien ist das zehntgrößte Land Afrikas, rund dreimal so groß wie Deutschland und liegt im Nordosten des Kontinents. Im Norden grenzt Äthiopien an Eritrea, im Nordosten an Djibouti, im Osten an Somalia, im Süden an Kenia und im Westen an den Sudan. 50 % der Landesfläche liegen über 1.200 m, mehr als 25 % liegen über 1.800 m und mehr als 5 % erreichen sogar Höhen über 3.500 Meter. Addis Abeba ist mit einer Höhelage von ca. 2.400 m die dritthöchstgelegene Hauptstadt der Welt. Äthiopien ist durch klimatische Unterschiede innerhalb des Landes gekennzeichnet, welche in erster Linie durch die Höhe bedingt sind: In den Tiefebenen ist es heiß und in den Hochebenen herrscht ein relativ kühles, gemäßigtes Klima. Eine kurze und auch unregelmäßige Regenzeit fällt in den Zeitraum von Ende Februar bis Anfang April, während eine längere Regenzeit sich von Juni bis September erstreckt. Die Intensität des in dieser Zeit fallenden Regens hängt von der jeweiligen Region ab. Die Landschaft Äthiopiens ist gekennzeichnet durch Hochplateaus, Gebirgsmassive, die Senke des Ostafrikanischen Grabens und Tiefländer im Osten und Nordosten. Durch den großen Bedarf an Brennholz wurde der Waldbestand des früher zu 40 % bewaldeten Landes auf einen kleinen Rest von 2 % reduziert, was zu einer verstärkten Bodenerosionen führte.

An Bodenschätzen bietet Äthiopien kleine Mengen an Mangan, Gold, Platin und Edelsteinen sowie Vorräte von Erdöl, Erdgas, Kupfer und Kalisalzen. Aufgrund seiner abwechslungsreichen Topographie, diverser geologischer Schichten und verschiedener klimatischer Verhältnisse ist Äthiopien die Heimat für eine vielfältige Pflanzen- und Tierwelt. Von der Savanne über immergrüne Feuchtwälder bis hin zu Regionen mit alpinem Klima haben sich hier unterschiedliche Lebensräume etabliert.

Geschichte und Politik Äthiopien gilt mit seinen historischen Vorgängern als einer der ältesten noch bestehenden Staaten der Welt.

Seine Geschichte reicht über mehr als 2.000 Jahre bis in die Antike (ca. 980 v. Chr.) zurück. Der Ursprung wird im antiken Königreich von Axum gesehen. Im 4. Jahrhundert bekannte sich das Reich zum Christentum. Die äthiopische Kirche wurde Teil der koptischen Gemeinschaft. Vor dem europäischen Kolonialismus konnte sich das monarchisch regierte Äthiopien als einziger Staat Afrikas weitestgehend schützen, lediglich in der Zeit von 1936–41 stand Äthiopien unter italienischer Vorherrschaft. Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrte Haile Selassie, schon 1930 zum Kaiser gekrönt, nach der italienischen Besetzung an die Macht zurück. Das Land blieb eine Monarchie mit einem hierarchischen Feudalsystem bis zur Revolution 1974. Mit sowjetischer Hilfe wurde das Land zu einer sozialistischen Volksrepublik, in der politische Gegner und religiöse Gemeinschaften verfolgt wurden. Das kommunistische Regime galt als eine der repressivsten Diktaturen in Afrika. Diese war in den folgenden Jahren jedoch einem wachsenden Druck der bewaffneten Oppositionsbewegungen ausgesetzt, welche 1991 zum Zusammenbruch des Regimes führte. Die Ethiopian People´s Revolutionary Democratic Front (EPRDF) – ein Parteienbündnis aus verschiedenen Bewegungen – übernahm die Macht in Addis Abeba. Seitdem ist Äthiopien eine föderale Republik. Im Mai 1995 fanden nach einer vierjährigen Übergangsphase Parlamentswahlen statt, aus denen der Interimspräsident Meles Zenawi als Premierminister hervorging. In Folgewahlen (zuletzt in 2010) wurde er in seinem Amt bestätigt, während die Opposition lediglich einen Sitz im Parlament erhielt. Die Annahme von Wahlbetrug führte nach den verschiedenen Wahlen immer wieder zu gewalttätigen Auseinandersetzungen und Streiks. Seit dem Tod von Meles Zenawi am 20.8.2012 ist sein Stellvertreter und gleichzeitiger Außenminister Hailemariam Dessalegn geschäftsführender Premierminister. Die nächsten Wahlen sind für das Jahr 2015 anberaumt.

Im Jahr 1993, nach einem 30 Jahre währenden Bürgerkrieg zwischen Äthiopien und der annektierten Provinz Eritrea, löste sich Eritrea von Äthiopien und erlangte die Unabhängigkeit. Dennoch kam es 1998 erneut zu militärischen Auseinandersetzungen im Grenzgebiet von Äthiopien und der ehemaligen Provinz. Erst ein im Dezember 2000 abgeschlossenes Friedensabkommen und die Einrichtung einer UN-Sicherheitszone in den ehemals umkämpften Gebieten konnten die Grenzstreitigkeiten zwischen den beiden Staaten vorläufig beenden.





Der Grenzkonflikt konnte jedoch noch nicht endgültig gelöst werden, da eine Einigung über den Grenzverlauf ausblieb.

Zu Konflikten kommt es außerdem immer wieder mit Somalia, da somalische Nationalisten die Somali-Region im Osten Äthiopiens an Somalia angliedern möchten. Auch die Union islamischer Gerichte, die Mitte 2006 die Kontrolle über große Teile Somalias errang, verfolgte dieses Ziel. Weil Äthiopien die Einnahme seines Ostens und die islamistische Vereinnahmung seiner eigenen muslimischen Bevölkerung fürchtete, erklärte es der Union am

24. Dezember 2006 offiziell den Krieg. Als Konsequenz wurden äthiopische Truppen in Somalia stationiert, die gemeinsam mit der Übergangsregierung Somalias die Union islamischer Gerichte zurückdrängen konnten. Im Januar 2009 zog Äthiopien seine Truppen jedoch zurück und erklärte sich bereit, mit der neuen somalischen Regierung zusammenzuarbeiten.

Seite 2 von 4 Wirtschaftliche und soziale Situation In Äthiopien ist privater Landbesitz nicht erlaubt. Land wird von der Regierung kontrolliert und verpachtet. Häufig werden große Landflächen an Investoren verpachtet, was zu Lasten und auf Kosten der dort ansässigen Kleinbauern geht, die das Land dann nicht mehr nutzen können.

85 % der Erwerbstätigen arbeiten in der Landwirtschaft, welche folglich der größte Sektor der äthiopischen Wirtschaft ist. Angebaut werden vor allem Kaffee, Teff-Getreide, Gerste, Weizen, Mais, Hülsenfrüchte und Ölsaaten, Khat (ein leichtes Rauschmittel, das gekaut wird). Auf 95 % der Anbaufläche wird in Subsistenzwirtschaft produziert.. Außerdem halten Bauern Rinder, Schafe und Ziegen und handeln mit deren Erzeugnissen.

Haupt-Exportprodukte sind Kaffee, Ölsaaten, Khat,Gold, Hülsenfrüchte, Leder und Lederprodukte und Schnittblumen, die oft unter fragwürdigen ökologischen und sozialen Standards produziert werden.

Die industrielle Produktion, hauptsächlich Verarbeitung landwirtschaftlicher Rohprodukte, ist sehr begrenzt, hat in den letzten Jahren jedoch einen Zuwachs erlebt. Seit einigen Jahren wird daran gearbeitet, als Stromexporteur aufzusteigen, doch dies wird noch lange dauern. Realität ist, dass auf Grund der gestiegenen Nachfrage nach Strom im eigenen Land bisher nicht einmal die Stromversorgung der eigenen Bevölkerung, Industrie und Wirtschaft gesichert werden konnte, so dass es ständig zu Stromausfällen und zum Zusammenbruch des Internets und Telefonnetzes kommt. Zudem behindert die schlecht ausgebaute Infrastruktur den Transport von Gütern.

Der landwirtschaftliche Sektor leidet unter häufigen Dürren und schlechten Anbauverfahren. So kam es in der Geschichte Äthiopiens immer wieder zu folgenschweren Dürrekatastrophen wie der schweren Hungersnot in den 1980er Jahren, die ca. eine Million Opfer forderte. Von der Dürre am Horn von Afrika im Jahr 2011, welche als schwerste Dürre seit 50 Jahren gilt, waren allein in Äthiopien ca. 4,8 Millionen Menschen betroffen. Auch weiterhin ist das Land auf Nahrungsmittelimporte angewiesen, und das enorme Bevölkerungswachstum wird zukünftig zu einer weiteren Anspannung der Ernährungslage führen.

Äthiopien zählt mit einem jährlichen Pro-Kopf-Einkommen von etwa 350 US-Dollar zu den ärmsten Ländern der Welt. Die strukturellen Probleme – Einfluss von Dürreperioden auf die Landwirtschaft, rasches Bevölkerungswachstum – bleiben trotz großer Anstrengungen ungelöst und haben so einschneidende Folgen für das Wirtschaftswachstum, die Umwelt und die Landesressourcen.

Bildungssystem Im Schuljahr 2010/2011 besuchten 93% der Mädchen und 99,2% der Jungen eine Grundschule, doch nur etwa 50% von ihnen beenden die Grundschule auch. Nach dem Abschluss der Grundschulausbildung können viele Kinder kaum lesen oder schreiben, was an der oft mangelnden Qualität des Unterrichts liegt. Insgesamt ist die äthiopische Bildungspolitik von knappen personellen und finanziellen Ressourcen geprägt. Es gibt zu wenig Schulen und Lehrer, um allen Kindern eine gute Bildung zu ermöglichen. Meistens muss der Unterricht in Schichten abgehalten werden, Klassengrößen von 70 und mehr Kindern sind keine Seltenheit. Neben den kostenlosen staatlichen Schulen gibt es private Schulen, deren Besuch sich jedoch nur Kinder reicherer Eltern leisten können.

Das Bildungssystem gliedert sich in mehrere Stufen: Im Anschluss an den Kindergarten folgen die sechs-jährige Grundschulzeit (Primary School), die 7. und 8. Klasse (Junior High School), die 9. und 10. Klasse (Senior High School) sowie die 11. und 12. Klasse (Preparatory Class). Nur mit guten Noten in landesweiten Prüfungen kann der Übergang in die nächst höhere Stufe erreicht werden. Je nachdem, nach welcher Klasse die Schullaufbahn beendet wird, kann eine (formale) Berufsausbildung (nach Klasse 10) bzw. ein Universitätsstudium (nach Klasse

12) angestrebt werden. Nach einem Abbruch vor oder nach der 8. Klasse bleibt meist nur der Weg in eine ungelernte Tätigkeit ohne vorherige Berufsausbildung. Dies betrifft einen Großteil der äthiopischen Kinder und Jugendlichen.

Situation von Kindern Die Situation des gesamten Landes wirkt sich am schlimmsten auf die Kinder und Jugendlichen aus. Armut, zerrüttete Familienverhältnisse und fehlende Perspektiven belasten den Alltag der Kinder und Familien. Oft flüchten sie von zu Hause aus Angst vor gewalttätigen Übergriffen, die meist durch den Missbrauch von Alkohol motiviert sind. Allein in der Hauptstadt Addis Abeba leben 60.000 Kinder auf der Straße, die keine Schule besuchen. Sie leben als Straßenkinder ohne Schutz und sind somit leichte Opfer für Menschenhändler. Besonders Mädchen sind leichte Ziele für Vergewaltigungen, aus denen Krankheiten wie HIV/AIDS oder ungewollte Schwangerschaften entstehen können.

1,3 Mio Kinder in ganz Äthiopien haben einen Elternteil oder sogar beide Eltern durch HIV/AIDS verloren. Sie leben entweder bei ihren Großeltern oder sind ganz allein für die Geschwister und den Haushalt verantwortlich.

Kinder auf dem Land und in der Stadt müssen schwer körperlich arbeiten, auf dem Land werden sie regelrecht an Seite 3 von 4 reichere Familien verpachtet bzw. verliehen. An Mädchen wird in weiten Teilen des Landes noch die körperlich und seelisch extrem verletzende weibliche Genitalverstümmelung vollzogen, die in vielen Fällen tödlich verläuft.

Weit verbreitet ist die Frühverheiratung von Kindern mit gravierenden Auswirkungen auf die Gesundheit der Mädchen, die - selbst noch Kinder - schwanger werden und schwere gesundheitliche Schäden durch Verletzungen beim Geschlechtsverkehr und während der Schwangerschaften im Teenageralter davon tragen. Geistig und körperlich behinderte Kinder sind besonders benachteiligt, weil es kaum Fördermöglichkeiten und Einrichtungen für ihre speziellen Bedürfnisse gibt. Sie werden oftmals als "Strafe Gottes" betrachtet und daher versteckt, anstatt sie ihren Fähigkeiten und Fertigkeiten entsprechend besonders zu fördern.



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